Warum und wozu?
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Als ich in München am Bahnhof stehe, kommt gerade ein Zug mit Flüchtlingen an. Bald werde ich wie sie, zwar kein Flüchtling, aber trotzdem ein Fremder in einem neuen Land sein. Mit diesem Gedanken beginnt meine Reise.
Nach 15 Stunden Flug begrüßen uns der costaricanische Himmel mit fetten Regenwolken und Miguel mit einer herzlichen Umarmung. Er ist der Gründer des Aufforstungsprojekts ARBOFILIA, in dessen Station wir Freiwilligen die ersten 3 Wochen unseres weltwärts-Jahres verbringen werden.
Ich muss sagen, dass ich mich mit dieser Frage selbst noch nicht so wirklich konfrontiert habe, bis mich letztens eine Situation hier in Costa Rica zum Nachdenken darüber brachte. Nach meiner Ankunft in San José kaufte ich mir in einem kleinen Örtchen eine Banane, um meinen von Flugzeugfraß geschädigten Magen zu befriedigen. Diese Banane sollte 30 Colones kosten. Um zu bezahlen suchte ich in meiner Bauchtasche zwischen Scheinen und Hartgeld nach irgendeiner Münze die der Zahl nahe kam.

Die Schönheit und Vielfalt dieses Waldes ist schier unfassbar für mich, jedoch nicht unglaublich. Denn sie ist die erste Bestätigung mit diesem Jahr einen guten Weg angetreten zu sein. Wider meiner Erwartungen bin ich nicht überwältigt von der Natur hier und kann sehr wohl realisieren, angekommen zu sein. Endlich. Doch mag das nur dran liegen, dass diese Erfahrung ziemlich gut mit meinen Vorstellungen über diesen Ort hier übereinstimmt.
Costa Rica schützt seine Umwelt, forstet seine Wälder auf, fördert die regenerative Energieversorgung und will bis 2012 CO2-neutral sein. Es ist das Bild eines sonnigen, grünen Landes, das sich die (Welt-)Öffentlichkeit von dem Land machen soll. Die bisherigen politischen Bemühungen und gesetzlichen Initiativen hier in Costa Rica im Bereich des Naturschutzes sind hoch anzuerkennen. (1,2) Dennoch erlebe ich während meiner Arbeit und des Austausches mit den Menschen hier auf Osa, wie groß der Unterschied zwischen diesem von der Regierung gezeichneten Bild und der Realität vor Ort ist.