Warum und wozu?
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Bisher machten wir unbefleckten Freiwilligen zweimal Bekanntschaft mit geschützten Waldgebieten – in der ersten Woche in Chachagua und in der zweiten Woche im Carara-Nationalpark. Unschuldig wie wir neuen Freiwilligen zu Beginn der Trips waren, machten wir uns in den Morgenstunden auf den Weg mit den erfahreneren Freiwilligen aus dem Vorjahr, Christian in Chachagua sowie mit Sven und Nils im Carara-Nationalpark.
Erneut San José, diesmal bei Nacht. Wenn die Nacht ihren schwarzen Schleier über die Straßen der Hauptstadt senkt, erheben sich jene, die bei Tag ruhen. Diejenigen, die beim wirtschaftlichen Aufschwung abgestoßen wurden. Die, auf die man beim Laufen achtgeben muss, die am Straßenrand liegen, in sich versenkt. Als Tourist bemerkt man sie häufig nicht, sie schmiegen sich an die Häuserwände oder kauern in Hauseingängen. Nachts beginnt ihr Tag, erheben sie sich und fordern ihr Recht.
Am Straßenrand rasen die Bäume vorbei. Große gibt es, kleine. Penibel gestutzte Kubusformen an der Seite von weit ausladenden Kronen. Hecken in weichen, bizarr anmutenden Wellenschnitten. Fein abgesteckte Blumeninseln umgrenzt von einer kurzgemähten Rasenfläche. Rot leuchtende Blütenbüsche ragen aus aufgerissenem Erdboden. Auf einem der vielen Parkplätze reihen sich verloren abgewrackte Busse aneinander, Stromkabelwürste ziehen sich die Straße entlang, verfolgen sie wie ein unendliches Band.
San José ist eine Großstadt, wie jede andere auch und wie in jeder Großstadt gibt es auch hier Privilegierte und weniger Privilegierte. Die Städte unterscheiden sich nur in der Größe der jeweiligen Gruppen.
Meine Gastmutter Erlinda ist vierundfünfzig Jahre alt, ein wenig pummlig und herzallerliebst. Wer sich jetzt jedoch eine gemütliche Hausfrau mit niedrigem Bildungsstandard vorstellt, sollte vielleicht von seiner postmodernen, eitlen Rössin absteigen und einen näheren Blick riskieren. Hier in Lateinamerika ist es wohl möglich, als Frau sowohl die Familie zu versorgen und sich gleichzeitig sozial zu engagieren.