Warum und wozu?
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Das Verhalten der Menschen im Umgang mit der Natur und dem Wald, was wir hier in Costa Rica antreffen, ist erschreckend. So wenig Beachtung und Umsicht hätten wir hier, im Tropenparadies, nicht erwartet. Warum verstehen die Menschen hier so offensichtlich nicht, wie wertvoll und einzigartig ihr Wald ist? Gibt es einen Automatismus im verflixten Hirn des zerstörerischen Menschen, überlegen wir uns, wir, bei denen schon alles zu spät ist und deren Wald kaum mehr alte, biologisch wirklich wertvolle Bestände aufweist? Denn bei aller Ernüchterung über das mangelnde Umwelt-Bewusstsein der Ticos darf man eines nicht vergessen: sie haben noch größere Flächen ursprünglicher Wälder. Wer von uns kennt eigentlich die Geschichte vom Schwund des Waldes in Deutschland?
Wie weit muss man zurückgehen, um eine Geschichte ganz zu erzählen? Ende März hat es angefangen: als Eva und ich nach dem Zwischenseminar aus San José an unsere Einsatzstelle zurückkehrten, hatten wir einige Ideen für die weitere Arbeit mitgebracht. Eine davon war, das Büro, in dem wir uns regelmäßig versammeln, auf Vordermann zu bringen, um eine schönere Atmosphäre zu schaffen und das Arbeiten leichter zu machen. Denn der Raum war einfach nur heruntergekommen, hässlich und voll von Gegenständen, die keiner so wirklich benutzte.
Wiederaufforstung in den Tropen? Ja, schön und gut. Aber wie kann man da garantieren, dass der Wald auch stehen bleibt? Eine mögliche Antwort darauf hat ForestFinance gefunden, deren Ländereien und Plantagen wir bei unserem Projektausflug in Panama besuchten: Das Unternehmen kauft Land, pflanzt Bäume und sorgt dafür, dass sie nicht ungeplant abgeholzt werden. Und wir haben gemerkt: Man muss auch kreativ sein, um seine Investoren für den Plantagenanbau zu gewinnen. ForestFinance ist in Panama und Vietnam tätig. Das Firmenmotto lautet: „Tue Gutes und verdiene daran.“
Nun ist es endlich soweit! Wir pflanzen nach nun mehr als 7 Monaten Einsatz in Costa Rica endlich richtig Bäume. Aus allen Teilen des Landes haben wir uns auf der Station von Arbofilia zusammengefunden um gemeinsam Teile des Arbofilia-Korridors wieder aufzuforsten. Da die eigene Baumschule noch zu frisch angelegt ist, muss uns Miguel, unser Baum- und Pflanzenguru, teilweise mit Setzlingen von außerhalb versorgen.
Kürzlich haben Christian und ich eine modellhafte Schule in der Nachbarschaft besucht, wie es sie hoffentlich bald flächendeckend gibt. Die 230 Schüler der Grundschule des kleinen Dorfes San Francisco dürfen ihre Lernerfahrungen nicht nur im Klassenraum, sondern auch auf der schuleigenen Farm sammeln. Dort hat jede Klasse ihr eigenes Stück Land, das sie täglich zu pflegen hat. Ältere kümmern sich um ein Maisfeld, Bananen, Ananas und Kürbisse, andere pflegen Salatköpfe, Tomaten, oder Paprika, und die Jüngeren pflanzen Koriander, Minze oder Chilipflanzen an. Ständig gibt es etwas Neues zu entdecken. Hilfe und Tipps erhalten sie dabei von einem erfahrenen Bauern.