Warum und wozu?
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Im November des vergangenen Jahres fand im kleinen Chachagua ein kleines Brainstorming statt. Die Idee war es, Aktivitäten aufzulisten, die im Rahmen unseres Aufenthalts als durchführbar einzustufen waren. Daraus entsprang auch der Gedanke eines Laufes, im Sinne eines Volks- oder Spendenlaufes. Es wurde zunächst nicht weiter spezifiziert, doch die Idee gefiel vielen Leuten hier so gut, dass es bald ein weiteres Treffen geben sollte, um die Idee weiter auszufeilen.
Auch wenn man es bei uns als grünes Musterland zu kennen glaubt: mit dem Umweltbewusstsein haben es viele Costaricaner nicht so sehr. Vielleicht liegt das ganz einfach daran, dass man nicht schätzt, was man im Überfluss hat und je näher man dran ist. Deshalb sollen wir - und das ist unseren Organisationen ein wichtiges Anliegen - in den Dörfern Kindern neben der englischen Sprache vermitteln auch Interesse für die Umwelt wecken.
Im Dezember durfte ich Hermann von unserer Entsenderorganisation Pro REGENWALD bei einer Projektreise nach Peru begleiten. Seit über zwei Jahren unterstützt Pro REGENWALD mit BMZ-Kofinanzierung (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mehrere Asháninkagemeinden des Bezirks Rio Negro. Die indigenen Familien dort leben in der Mehrheit von Subsistenzwirtschaft. In der Vergangenheit hatten die Menschen sehr unter kriegerischen Konflikten zu leiden, infolge derer die Dörfer aufgegeben werden mussten. Nach der Beendigung dieser Konflikte, die in den 80ern stattgefunden hatten, wurden die Dorfflächen teilweise von Eindringlingen besetzt, ehe die Asháninkas vor zehn Jahren in ihre Heimat zurückkehren konnten. Doch nach wie vor sind sie gelegentlich Hetzjagden und Diskriminierungen seitens der Verwaltung und nicht-indigener Siedlern ausgesetzt und müssen sich mit degradierten Wäldern abfinden.
Weltwärtsfreiwillige können auch nicht jeden Tag arbeiten und brauchen mal ein paar Tage Pause, aber für uns bedeutet das nicht nur Ausruhen. Unsere Ausflüge werden mit umweltpolitischem Inhalt gefüllt, um selber mehr zu lernen und unsere Freunde und Freundinnen in der Heimat über aktuelle Themen zu informieren. Also ging es für uns über Neujahr nach Nicaragua um zwei völlig verschiedene Vulkantypen und deren Flora und Fauna zu erkunden. Zuerst waren wir auf, bzw. in dem Krater des Volcáno de Masaya in einer Herberge untergebracht, wo wir auch andere Weltwärtsler aus verschiedenen Projekten in Nicaragua trafen.
Wie könnte man seine Silvesterplanung mal anders gestalten? Zum Beispiel kann man einen netten Spaziergang machen und dabei die Natur genießen. Oder zur Abwechslung in einem Bergsee baden? Am 31.12.2010 haben wir beides kombiniert. Aber die wetterlichen Voraussetzungen im warmen Nicaragua verleihen dieser Idee auch deutlich mehr Reiz als eine Realisierung im kalten, schneebedeckten Deutschland.