Warum und wozu?
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...

Zwölf Uhr mittags. Die Sonne steht beinahe senkrecht am wolkenlosen Himmel, es weht kein Lufthauch und die Hitze flimmert über der Erde. Der Sommer ist in Costa Rica angekommen und es hat seit Wochen nicht mehr als ein paar Tropfen geregnet. Die Pflanzenreste auf dem Feld um mich herum sind alle verdorrt und dort wo die Erde frei liegt ist sie aufgesprungen und bildet tiefe Risse. Ich muss kurz durchatmen und stelle mich aufrecht hin. Schweiß läuft an meinen Schläfen, meinem Rücken, den Kniekehlen, ach, eigentlich überall an mir herunter.
Es war ein Abend wie immer. Nach dem Abendessen saß man noch ein wenig zusammen um zu ratschen. Danach verabschiedete sich einer nach dem anderen gen eigene vier Wände. In diesen angekommen, habe ich angefangen meine abendliche Sporteinheit vorm Schlafengehen zu machen. Und dann passierte es mal wieder.
Nichts böses ahnend balancier ich meine frisch vom Feuer dampfende Portion Reis und Bohnen, auf der Suche nach einem Platz zum essen, an meinem Gastvater vorbei. Er liest etwas vor, wie er es öfter macht. Meistens rezetiert er irgendwas, was ihm zwischen die Finger gerät, Inhaltsangaben, rumliegende Kinderbücher, die Biebel, ich achte nicht weiter darauf.