Warum und wozu?
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Menschen, die sich für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen einsetzen, werden selbst zunehmend Opfer von Gewalt ...
Scheiße, mierda, merde, shit - auch wenn das Wortfeld Fäkalien favorisiert zum Fluchen gebraucht wird, taugen Ausscheidungen normalerweise nicht als gutes Gesprächsthema. Es handelt sich schlichtweg um Angelegenheiten, die besser auf dem stillen Örtchen abgewickelt werden. Dass aber eben das, was wir oft als Abfall betrachten wörtlich und übertragenen Sinne Gold wert sein kann, entfällt uns häufig.
Schon auf dem Vorbereitungsseminar wurde uns immer wieder verinnerlicht, dass wir unbedingt Eigeninitiative zeigen müssten, auch in Momenten in denen das nicht so leicht fällt. Klar, dachte ich, ist doch kein Problem, natürlich wird es mal schwierig, aber aber selbständig bist du ja! Wie so oft klaffen Theorie und Praxis hier gewaltig auseinander, dazu später mehr.
Vielleicht tut es weh, aber es muss gesagt werden. Wir leben in einem System, das darauf ausgelegt ist zu kollabieren. Wachstum hier, Wachstum da, Wachstum trallala. Klingelt da was? Es gibt wohl keine Rede eines Regierungsoberhauptes, in dem das Wort Wachstum im wirtschaftlichen Sinne nicht mindestens einmal fällt (für die Kowis unter euch: nein, hab das noch nicht inhaltsanalytisch nachweisen können, aber wäre doch eine Idee für 'ne Abschlussarbeit?). Es ist schon so selbstverständlich geworden, dass uns gar nicht mehr auffällt wie abartig das eigentlich ist.
Etwas ist heute anders in El Sur. Die Einwohnerzahl hat sich mehr als verdoppelt und der Weg bis ins Dorf ist gesäumt von parkenden Autos, was sonst absolut nie der Fall ist.
Wir sitzen in der Pulperia und warten gespannt.
Direkt vor der Pulperia ist ein Verpflegungsstand aufgebaut, wo Bananen, Äpfel, Isotonische Getränke und Wasser ausliegen.